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MSV
9.-13.10. 2017

Internationale Maschinenbaumesse

Exportkonferenz über die Handelspolitik Großbritanniens nach dem Brexit

 

Unter dem Titel „Großbritannien – viertgrösster Handelspartner der Tschechischen Republik“ fand bei der Internationalen Maschinenbaumesse eine Konferenz statt, bei der die mögliche Ausrichtung der britischen Handelspolitik nach dem Brexit diskutiert wurde. Ihr erster Teil war gegenseitigen tschechisch-britischen Beziehungen gewidmet, der zweite sich ergebenden Geschäftsgelegenheiten. An dem Treffen nahmen auch die Botschafterin Großbritanniens in der Tschechischen Republik Jan Thompson und der Direktor des Department for International Trade im britischen Handelsministerium Dominic Meiklejohn teil.


„Viele Leute in Tschechien fragen mich, ob Großbritannien wirklich aus der Europäischen Union austritt. Die Antwort lautet ja, darüber haben die britischen Wähler entschieden und ich habe keine ernsthaften Signale, dass es anders sein sollte. Wir gehen davon aus, dass am 30. Mai 2019 Großbritannien aufhört, Mitglied der EU zu sein. Ich möchte anmerken, dass wir die EU verlassen, nicht jedoch Europa. Wir sind stolz darauf, Europäer zu sein“, sagte unter anderem die britische Botschafterin.

Wie bei der Konferenz erklang, läuft bis zum 29. März 2019 eine zweijährige Frist zum Abwickeln der bisherigen Verpflichtungen. Priorität der britischen Regierung ist das Aushandeln einer „neuen, einzigartigen, umfassenden Wirtschaftspartnerschaft“, die ab Ende des Übergangszeitraums gelten soll. Großbritannien möchte weder den Weg der Mitgliedschaft im Europäischen Wirtschaftsraum gehen, noch ein ähnliches Handelsabkommen anstreben, wie es die EU mit Kanada hat.

Die Europäische Union möchte in der aktuellen ersten Verhandlungsphase eine Einigung über die Hauptelemente des Austritts Großbritanniens  aus der EU erreichen – Rechte der Bürger, finanzieller Ausgleich und Situation Irlands. Verhandlungen über den neuen Beziehungsrahmen einschließlich Handel mit der EU sind für die 2. Phase vorgesehen, wobei über den Übergang zu Phase 2 die Regierungschefs der EU-27-Länder zu entscheiden haben. Der Europarat wird am 19. Oktober und 14. Dezember tagen. Um Zeit zum Ratifizieren zu haben, müssen der Austrittsvertrag und ein etwaiger Übergangszeitraum bis November 2018 ausgehandelt sein.

„Für die Tschechische Republik ist das Ausscheiden Großbritanniens in einer Reihe von Bereichen ein spürbarer Verlust. Großbritannien war Verbündeter bei zahlreichen Verhandlungen, zum Beispiel über Fragen des freien Handels. Wir werden bemüht sein, auch in Zukunft enge Handelsbeziehungen zu Großbritannien zu haben, uns nichtsdestoweniger daran gewöhnen müssen, dass tschechische Firmen manche Vorteile auf dem britischen Markt verlieren und sich auf bilaterale Instrumente werden umstellen müssen“, sagte bei der Konferenz der stellvertretende Minister für Industrie und Handel der Tschechischen Republik Vladimír Bärtl und ergänzte, er würde lieber über neue Märkte diskutieren als über den Brexit. „Brexit ist jedoch Realität“, schloss er.

Martin Tlapa, stellvertretender Außenminister der Tschechischen Republik, machte sich Gedanken zu Gelegenheiten, die sich aus dem Brexit für die Tschechische Republik ergeben könnten. Unter anderem erwähnte er, dass Großbritannien Investitionen in die Infrastruktur angekündigt habe, was eine Gelegenheit für tschechische Firmen als Zulieferer für Großprojekte sein könnte, zum Beispiel im Bereich Kernenergie. Großbritannien möchte ein starker Player auf dem globalen Markt sein, so dass laut seinen Worten auch die Zulieferer aus dem besseren Zutritt zu diesen Märkten Nutzen ziehen können. 

 „Die Beziehungen zwischen der EU und Großbritannien sind für beide Seiten von solch grundlegender Bedeutung, dass eine Einigung erreicht werden muss. Diese haben wir bislang nicht, also müssen wir auf das Ergebnis der Verhandlungen warten. Eine große Gefahr sehe ich darin, dass wir in der Tschechischen Republik nicht verstehen, warum Großbritannien aus der EU austritt. Dies ist nicht nur ein britisches Problem, es ist ein europäisches. Die Reflexion desselben ist von grundlegender Bedeutung, sie betrifft uns und fehlt uns“, sagte Martin Tlapa, der Großbritannien weiterhin als bedeutenden Handelspartner der Tschechischen Republik sieht, auch jedoch als wichtigen Verbündeten in Sachen Sicherheit.

Drei weitere Beiträge konzentrierten sich auf die Entwicklung der Handelsbeziehungen, gesehen aus verschiedenen Blickwinkeln. Dominic Meiklejohn sprach davon, was das in 108 Ländern tätige Department for International Trade macht und wie es Firmen beim Zugang auf den britischen Markt behilflich ist. Er erwähnte auch die Webseite great.gov.uk und Aktivitäten der Britischen Handelskammer, die seit 1997 in der Tschechischen Republik tätig ist und rund 200 tschechische, britische und internationale Firmem vereint. Aktuell kann man auf der MSV auch Informationen von der Agentur CzechTrade erhalten, und das im Exporthaus auf dem Freigelände K. Ein weiterer Redner, Jan Procházka, Vorstandsvorsitzender der Export-Garantie- und -Versicherungsgesellschaft EGAP, die im Laufe von 25 Jahren Exporte in einem Wert von mehr als 800 Mrd. CZK versichert hat, sprach über das Engagement der EGAP in Großbritannien und nannte einige Beispiele der Zusammenarbeit mit Lloyd´s beim Finanzieren von Projekten mit tschechischer Beteiligung, zum Beispiel in Weißrussland oder Rumänien.

Zum Abschluss des ersten Blocks nannte der Wirtschaftsdiplomat Aleš Opatrný von der tschechischen Botschaft in London einige aktuelle Zahlen zum Stand der britischen Wirtschaft und des tschechischen Exports, der insbesondere dank Produkten der Automobilindustrie (Wagen, Fahrzeugteile, Sensoren) im Jahr 2016 den Rekordwert 206 Mrd. CZK erreichte. Ausführlicher sprach er auch über die Handelspolitik Großbritanniens nach dem Brexit, über Gelegenheiten, die sich aus Partnerschaften mit britischen Firmen ergeben, und auch über konkrete Aktionen zum Fördern tschechischer Exporte im kommenden Jahr, darunter ein Stand auf der Messe All Energy (Mai), eine Präsentation tschechischer Nanotechnologien (Juni), der Czech Beer Day und die Farnborough International Air Show (Juli), der Automotive Suppliers Day und CZ ICT Start-ups in London (September), eine Präsentation tschechischer Gesundheitstechnologien und tschechischen Glases (Oktober) sowie  Advanced Engineering, TBC (November).

Der zweite Teil war einer Diskussion über Geschäftsgelegenheiten gewidmet. Neben Aleš Opatrný beteiligten sich daran auch Filip Franěk und Petr Karel von der Britischen Handelskammer, Robert David von Allen&Overy, David Alan Shore von TIME 24 LIMITED sowie Jaroslav Kuneš, Finanzdirektor der Aktiengesellschaft SIPRAL.

Datum: 11.10.2017 12:54:00


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9.-13.10. 2017


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9.-13.10. 2017

 

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