MSV
3.-7.10. 2011
Internationale Maschinenbaumesse
Die Industrie präsentiert sich in Brünn
Auf dem Brünner Messegelände gipfeln die Vorbereitungen zum größten Messeevent des Jahres – zur bereits 53. Internationalen Maschinenbaumesse. Diese wichtigste Schau der Industrietechnologien in der mitteleuropäischen Region erfreut sich dieses Jahr eines erhöhten Interesses der Aussteller. Die Veranstalter erwarten knapp 1600 Firmen, darunter ein Drittel aus dem Ausland. Die Messebesucher können sich auf ausgebuchte Messehallen, eine Reihe interessanter Neuheiten und ein reichhaltiges Rahmenprogramm freuen. Die 53. Internationale Maschinenbaumesse findet vom 3. bis 7. Oktober 2011 zusammen mit der 6. internationalen Messe Transport und Logistik statt.
Die Industrie kommt wieder auf die Beine, und an der Maschinenbaumesse wird dies zu erkennen sein. Obwohl die Belebung nur langsam und schrittweise eintritt, haben die Firmen im Vergleich zu den letzten zwei Jahren mehr Aufträge und lassen ihrer positiveren Erwartungen in ihre Messepräsentationen einfließen. Auf die MSV kehren dieses Jahr Unternehmen zurück, das zum letzten Mal im Jahr 2008 da waren, und andere erweitern ihre Ausstellungsflächen und bringen mehr Exponate mit. „Ein Großteil der Messehallen war bereits zwei Wochen vor der Eröffnung bis zum letzten Plätzchen ausverkauft. Ein Zeichen des erhöhten Interesses sind auch die Wartelisten, die wir in den letzten zwei Jahren nicht brauchten. Zudem ist gewiss, dass wir für alle verspäteten Interessenten, die sich noch gerne auf Hallenflächen präsentieren würden, dieses Jahr keinen Platz mehr haben werden“, sagt Jiří Rousek, Direktor der MSV.
Zum Fördern von Forschung, Ausbildung und Entwicklung von Humanressourcen
Konkurrenzfähige Industrie kommt nicht ohne ein hochwertiges Fundament aus Forschung und qualifizierten Arbeitskräften aus. Deshalb konzentrieren sich die Veranstalter der Internationalen Maschinenbaumesse langfristig auf das Verknüpfen von Forschung und Praxis sowie auf die Entwicklung der personellen Grundlagen der Industrie, wie es auch durch die diesjährige Messe belegt wird. Neben dem attraktiven Wettbewerb der Nachwuchs-Maschinenbauer im Programmieren von CNC-Werkzeugmaschinen finden noch zwei weitere Spezialprojekte statt, die sich bereits bei früheren Messen bewährt haben.
Zum dritten Mal findet im Rahmen der MSV das Projekt Transfer von Technologien und Innovationen statt, bei dem Hochschulen und Forschungsstellen ihre Forschungsergebnisse vorstellen und potenziellen Partnern aus der Industrie anbieten. Präsentationsort ist erneut die Halle A1, neu ist jedoch die starke Präsenz Deutschlands unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, das sich überhaupt zum ersten Mal auf der MSV vorstellt. An seinem Gemeinschaftsstand sind führende deutsche Forschungsstellen, Hochschulen sowie Forschungs- und Entwicklungsnetzwerke vertreten, die in den Bereichen Maschinenbau, Mikrosystemtechnik, Mechatronik, Nanotechnologien, Automation sowie Produktions-, Umwelt- und Informationstechnologien tätig sind. Unter den zehn anwesenden Institutionen finden sich auch das namhafte Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung, das Institut Chemnitzer Maschinen- und Anlagenbau ICM sowie spezialisierte Forschungszentren der Universität des Saarlands und der Universitäten Duisburg-Essen, Freiburg und Hamburg. Durch seine Teilnahme an der MSV möchte das Bundesministerium für Bildung und Forschung Deutschland als Zentrum der Forschung und Innovationen bewerben und zugleich Kooperationen mit tschechischen Firmen in technischer Forschung, Wissenschaft und Wirtschaft anstoßen. Im Rahmen der deutschen Präsentation werden von Dienstag bis Donnerstag Kooperationsgespräche stattfinden, die in Zusammenarbeit mit der Deutsch-tschechischen Industrie- und Handelskammer organisiert werden.
Die tschechische Forschung wird beim Projekt Transfer von Technologien und Innovationen u.a. durch die Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik vertreten sein, die auf diesem Wege das Fachpublikum über die Ergebnisse ihrer Arbeiten informieren möchte. Das Institut für Gerätetechnik wird ein einzigartiges Gerät für die Metrologie vorstellen, das unter Einsatz weißen Lichtes die Interferometrie vervollkommnet.
Auch die größten heimischen technischen Universitäten dürfen unter den Projektteilnehmern nicht fehlen, sie werden mit äußerst attraktiven Exponaten um die Gunst der Interessenten werben. Sowie die Tschechische technische Universität Prag als auch die Technische Universität Brünn werden in der Halle A1 Formel-Wagen vorstellen, die an der Formula Student, dem weltweit wichtigsten Studentenwettbewerb des Bereichs Automobilindustrie teilnehmen. An beiden Universitäten waren am Bau der Wagen Studenten der Maschinenbau- und Elektrofakultäten beteiligt, und die Besucher können so auf der Messe die Ergebnisse ihrer Arbeit vergleichen.
Zu den interessanten Exponaten der Brünner Uni gehören ferner das Elektromobil „VUT SUPER EL II“ auf der Grundlage des Škoda Superb II und die Rettungsroboter Orpheus-AC und Orpheus-Explorer, die insbesondere bei chemischen Untersuchungen Einsatz finden. Beeindrucken wird die Messebesucher gewiss auch der für Innenräume bestimmte Roboter Scorpio, der dank seiner Raupen auch Treppen bewältigt. Ein anderes interessantes Ausstellungsstück aus Brünn ist das portable Röntgen- und CT-Gerät SCIOX, mit dem zu einem äußerst günstigen Preis klassische Röntgen- und auch CT-Bilder in digitaler Form mit hoher Auflösung aufgenommen werden können. Diese Studentenarbeit siegte im Wettbewerb „Tschechische Köpfchen 2010“ und errang auch mehrere internationale Auszeichnungen.
Nach zwei Jahren Pause kehrt die zweitägige Messe der Arbeitsgelegenheiten JobFair MSV als Reaktion auf die erhöhte Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften insbesondere in technischen Berufen auf das Messegelände zurück. Auf der Ausstellerseite beteiligen sich bedeutende Arbeitgeber aus Maschinenbau, Energietechnik, Automobilindustrie und weiteren Bereichen. Angemeldet sind zum Beispiel die Firmen ČEZ, Sécheron Tchequie, Škoda Auto, Nemak Czech Republic, Škoda JS oder Škoda Power. An Arbeitsgelegenheiten oder Studienaufenthalten in technischen Bereichen Interessierte können am 5. und 6. Oktober in der Messehalle D Personalbeauftragte dieser und weiterer Firmen treffen, ihre Angebote vergleichen und so ihre eigene Stellung auf dem Arbeitsmarkt prüfen. Aus diesem Anlass findet auch ein Rahmenprogramm statt, das auf Trends auf dem Arbeitsmarkt der technischen Bereiche ausgerichtet ist. Die Teilnehmer der einzelnen Seminare erfahren dabei, welche Anforderungen Firmen aktuell an ihre neuen Angestellten stellen und was die größten technischen Firmen im Rahmen ihrer Programme für neue Mitarbeiter und Hochschulabsolventen anbieten. Die JobFair MSV 2011 wird auch von AIESEC, der größten Studentenorganisation der Tschechischen Republik unterstützt.
Mit Fragen des Personalangebots befasst sich auch die Konferenz Nationales Qualifikationssystem – System der lebenslangen Fortbildung für den Arbeitsmarkt, die am Mittwoch, dem 5. 10. von der Wirtschaftskammer der Tschechischen Republik und vom Industrieverband der Tschechischen Republik veranstaltet wird. Ziel dieser Veranstaltung ist, das Nationale Qualifikationssystem allen Arbeitgebern und Personalbeauftragten als vom Staat garantiertes und landesweit gültiges Register der auf dem heimischen Arbeitsmarkt anerkannten Qualifikationen vorzustellen. Das neue Projekt ermöglicht, tatsächliche Fachkenntnisse, Kompetenzen und Fachfertigkeiten zu bewerten, und das unabhängig davon, wie sie errungen wurden – in Schulen, bei Kursen oder durch eigene Fortbildung und Praxis. Das Nationale Qualifikationssystem möchte den Unternehmen bei ihrer Suche nach qualifizierten Arbeitskräften, an denen es heutzutage in vielen Bereichen fehlt, behilflich sein, und zugleich auch an zig Tausende Menschen, die vergeblich nach Arbeit suchen, die ihrer Qualifikation entsprechen würde, entsprechende Stellen vermitteln. Die Gestalter des Projekts sind bemüht, in der aktuellen Situation, in der das Bildungssystem nicht auf den beschleunigten technologischen Fortschritt zu reagieren vermag und der Arbeitsmarkt nicht ausreichend flexibel ist, eine Alternative anzubieten. Die Konferenz wendet sich vor allem an Firmen aus den Branchen Maschinenbau, Energietechnik und Arbeitsschutz, deren Vertreter über erste Erfahrungen mit dem System berichten werden.

